Brennnessel Urtica dioica

Geschichte:

Die Brennnessel „brennt“- das hat auch die Namensgebung beeinflusst: Der lateinische Gattungsname stammt von „ urere“ = brennen ab. Die Pflanze wurde schon früh in medizinischen Werken erwähnt als ein Mittel gegen Gifte und Brennen. Römische Truppen sollen die Brennnessel in nordische Provinzen eingeführt haben: Sie verwendeten die faserigen Stängel zur Herstellung von festen Tauen und Geweben. Das deutsche Wort „ Nessel“ leitet sich ab vom germanischen „ nezze“(=Zwirn ) und weist auf die Verarbeitung der faserigen Stängel zu Geweben hin.

Ernte:

Ernte die jungen zarten Blätter( für harntreibende Tee und Wildgemüse) von März bis Juni, und das blühende Kraut (gegen rheumatische Beschwerden) am Vormittag bei trockenem Wetter zur Vollblüte im Hochsommer. Die Samen (zur Stärkung) zur Vollreife im August/September und die Wurzeln (gegen Prostatabeschwerden und Reizblase) im März oder besser noch im Oktober.

Wirkungen:

Brennnesselkraut wirkt stoffwechselfördernd, harntreibend und harnsäureabführend und wird eingesetzt zur Durchspülung bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und bei Hautkrankheiten. Untersuchungen zeigen auch die blutbildende Wirkung bei Fällen von leichter Blutarmut; das pflanzlich gebunden Eisen besitzt eine aussergewöhnlich hohe Bioverfügbarkeit. Während der Blütezeit wirkt Urtica besonders entzündungshemmend und gegen rheumatische Beschwerden. Brennnesselkraut und Samen vitalisieren und stärken bei Erschöpfungszuständen in den Wechseljahren, in der Rekonvaleszenz und im Wochenbett. Die Brennnesselwurzel wirkt krampflösend, entzündungshemmend und ausgleichend auf das Immunsystem und verbessert aufgrund ihres Phytosterolgehaltes die Symptome bei einer gutartigen Vergrösserung der Prostata im Anfangsstadium, sowie die Beschwerden bei einer Reizblase; in beiden Fällen wird eine Langzeitanwendung empfohlen.

Brennnessel im Biogarten:

Brennnesseln unterstützen das Wachstum der Pflanzen, verbessern Boden und Ernteertrag und verstärken, zwischen aromatischen Kräutern gepflanzt, deren Aroma. Brennnesseljauche (1:10  mit Wasser verdünnt) ist ein hervorragender Biodünger, der die Gemüsepflanzen auch gegen Schädlings- und Pilzbefall widerstandsfähiger macht.

Tee & Mehr

Brennnesselblättertee:

2TL Blätter mit 150 ml siedendem Wasser übergiessen und nach 10 Minuten abgiessen. 3-4 x täglich eine Tasse trinken. Zur Geschmacksverbesserung evtl. etwas Apfelsaft, Melisse, Kamille oder Fenchelsamen dazugeben.

Blutbildender Tee: (Aufguss)

40gr. Brennnesselblätter mit je 20 gr. Schafgarbenkraut, Rosmarin- und Melissenblätter. 7 Minuten ziehen lassen. 6 Wochen lang 3- x  täglich  1 Tasse trinken.

Brennnesselbutter:

Schneidet 1 Handvoll Brennnesselblätter ganz fein, verrührt sie mit 250 g weiche Butter, etwas Zitronensaft, 2 Zehen zerdrückten Knoblauch und schmeckt dies mit Salz und Pfeffer ab. Schmeckt vorzüglich zu Volkornbaquette, Kartoffeln oder Grilliertem.

Infos über  Brennnesseltinkturen, Fertigmischungen etc. erhält ihr bei uns unter www.akupunkturluzern.ch